Darum gehts

  • Comeback: Der Aktienwert der Deutschen Bank erlebt aber seit Sommer 2023 eine Erholung um fast 60 % auf rund 15 Euro.
  • Ertragsanstieg: Obwohl 2023 der Überschuss um 16 % auf 4,2 Milliarden Euro sank, steigerten sich die Erträge um 6 % und übertrafen damit die Erwartungen.
  • Positive Dividenden-Entwicklung: Die Dividende steigt von 30 Cent auf 45 Cent je Aktie an, und die Bank plant steigende Ausschüttungen bis auf einen Euro pro Aktie für 2025.

Deutsche Bank AG | ISIN: DE0005140008 | WKN: 514000 | Kürzel: DBK

Liebe Black Research Leserinnen und Leser,

kennen Sie noch den guten Ruf der Deutschen Bank AG (WKN: 514000) bevor die Krise aufdeckte, dass sich das Bankhaus rund 8–10 Jahre vor der 2008er Krise zu einem Spekulantenhaus verwandelt hat, nur um auf der großen internationalen Finanzbühne mitmischen zu können?

Das traditionsreiche Bankhaus, das 1870 gegründet wurde, war einst die Deutsche Vorzeigebank mit dem Kerngeschäft: Finanzpartner für Wirtschaft und Unternehmen.

Nach Hilmar Kopper, der das Bankhaus für 8 Jahre bis 1997 führte und für seinen „Peanuts“-Spruch, als es um 50 Millionen Mark Verluste bei der Schneider-Pleite ging, berühmt wurde, begann eine neue Ära, für die Deutsche Bank.

Eine Ära, die der Bank letztendlich Milliardenverluste, ein zerschmettertes Image, gebrochenes Vertrauen und unzählige Klagen im Milliardenbereich einbrachte. In Fachkreisen hieß es, dass die Bank zum „Zockerhaus“ wurde und sich letztendlich auf den internationalen Finanzmärkten verzockt hat. Aber die Deutsche Bank gehört zu jenen Institutionen, die man der Kategorie „Too Big To Fail“ zuordnet.

Seitdem haben die nachfolgenden Deutsche Bank-Chefs damit zu tun, ein regelrechtes Trümmerfeld aufzuräumen, um den Bankriesen wieder auf Kurs zu kriegen – eine Aufgabe, die bis heute noch anhält.

Die ersten beiden Nachfolder nach 2012 hielten sich jeweils knapp 3 Jahre, und seit 2018 hält Christian Sewing das Ruder, der 2023 vom britischen Finanzmagazin „Euromoney“ zum Banker des Jahres gekürt wurde.

Die Aktie der Bank, die einst vor 2008 für viele Anleger eine solide Anlage war und noch um die 85 Euro gehandelt wurde, verlor immer mehr an Wert, bis zu einem Tiefpunkt in 2020 von unter 6 Euro.

JEDOCH – seit dem Sommer 2023 fing die Aktie an, sich wieder zu erholen, und erreichte bis April 2024 wieder um die 15 Euro. Der beste Wert, den die Aktie seit 2017 hat, und der ein Plus von knapp 60 % von April 2023 bis April 2024 bedeutet.

Beginnt nun endlich nach 16 Jahres wieder ein neues, besseres Kapital für die Deutsche Bank?

Es bleibt spannend das zu beobachten.

Fortschritte bei Sorgenkind Postbank

Die Deutsche Bank hat eine entscheidende Wende eingeleitet, um die Servicequalität für die Kunden der Postbank zu verbessern. Nach einem Jahr, das durch IT-Probleme und Kundendienstbeschwerden gekennzeichnet war, nimmt das größte Geldhaus Deutschlands nun Veränderungen vor, um sowohl den Anforderungen der Kunden als auch den Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gerecht zu werden.

Trotz sichtbarer Fortschritte in der Bearbeitung von kritischen Kundenprozessen, gibt ein Sprecher der Deutschen Bank zu, dass das angestrebte Ziel noch nicht erreicht ist. Bemängelt wurden unter anderem lange Bearbeitungszeiten und der schwierige Zugriff auf Konten, die Kunden besonders bei Baufinanzierungen und Pfändungsschutzkonten zur Verzweiflung brachten.

Diese Probleme zogen eine Rüge seitens der Bafin nach sich, die eine schnellstmögliche Behebung forderte und einen Sonderbeauftragten zur Überwachung des Fortschritts einsetzte. Bisher wurden 40 Millionen Euro als direkte Kosten benannt, doch der Imageschaden für die Postbank und die Deutsche Bank könnte noch weitreichendere Konsequenzen nach sich ziehen.

Schließlich hatte Christian Sewing, der Konzernchef, für die Unannehmlichkeiten eine öffentliche Entschuldigung ausgesprochen und betont, dass die kritischen Probleme bis zum Ende des ersten Quartals 2024 behoben sein sollten.

Die Zukunft sieht jedoch für die Kunden der Postbank ebenso herausfordernd aus. Die Deutsche Bank plant, in den nächsten Jahren bis zu 250 der 550 Postbank-Filialen zu schließen und Personal abzubauen.

Dies ist Teil eines Sparprogramms, das auf die steigende Tendenz der Kunden zu Online-Bankgeschäften und bargeldlosen Zahlungen reagiert. Verdi, die Gewerkschaft, setzt sich vehement für eine Absicherung der Arbeitsplätze und Erweiterung des Kündigungsschutzes bis Ende 2028 ein.

Zusätzlich zur Schließung der Filialen wird das Angebot in Post-Partnerfilialen bis Ende 2025 eingeschränkt, was den Wegfall von Finanzdienstleistungen in rund 1800 Partnershops bedeutet. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von Veränderungen in den Prozessen und Kundendienststrukturen, um den künftigen Herausforderungen zu begegnen.

Die Deutsche Bank betont, dass sie an der Automatisierung von Prozessen arbeitet, um eine dauerhafte Entsprechung mit den Erwartungen und Anforderungen von Bearbeitungszeiten zu gewährleisten. Dieser Schritt zur Modernisierung könnte das Signal sein, das Kunden benötigen, um Vertrauen in die Postbank und ihre Muttergesellschaft zu erneuern.

Nur die Zeit wird zeigen, ob diese Bemühungen genug sein werden, um den entstandenen Schaden wiedergutzumachen und die Kundentreue langfristig zu sichern.

Die Aktie der Deutsche Bank AG legte in den letzten 12 Monaten, von April 2023 bis April 2024 knappe 60 % zu und erreichte jetzt die Bestmarke seit 2017

(Bildquelle: tradingview)

Deutsche Bank verzeichnet 2023 Gewinnrückgang aber übertrifft Erwartungen bei Dividenden

Die Deutsche Bank hat ein Jahr des Kontrasts erlebt – einerseits einen Rückgang des Überschusses, andererseits eine Steigerung der Erträge und eine Dividendenerhöhung.

Im Jahr 2023 sank der Überschuss des DAX-Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um 16 % auf 4,2 Milliarden Euro, obwohl die Erträge um 6 % stiegen. Diese Entwicklung verdeutlicht die Herausforderung der Bank, trotz guter Geschäfte und des besten Vorsteuergewinns seit 16 Jahren Einsparungen zu realisieren.

Mit fast 5,7 Milliarden Euro vor Steuern und der Ankündigung von Konzernchef Christian Sewing, das Wachstum habe die eigenen Erwartungen übertroffen, blickt die Bank optimistisch in die Zukunft. Die Erträge sollen bis 2025 auf etwa 32 Milliarden steigen, was eine Umsatzbeschleunigung bedeuten würde.

Dies spiegelt sich auch in den Plänen zur Dividendenerhöhung wider, von 30 Cent auf aktuell 45 Cent je Aktie, mit der Zielsetzung, für das Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttung von einem Euro pro Aktie zu erreichen.

In einem Akt der Anteilseignerbelohnung hat die Deutsche Bank angekündigt, 675 Millionen Euro über Aktienrückkäufe bis Ende Juni zurückzugeben. Allerdings möchte die Bank zur Kostenminimierung rund 3500 Arbeitsplätze abbauen.

Parallel dazu steht die Bank weiterhin unter strenger Beobachtung der Finanzaufsicht Bafin, die jüngst das Mandat des Sonderbeauftragten zur Bekämpfung von Geldwäsche bis Oktober 2024 verlängert hat.

Dieses außergewöhnliche Vorgehen der Bafin demonstriert die Wichtigkeit, die der Integrität des Finanzsektors beigemessen wird.

Obwohl die Deutsche Bank betont, dass keine neuen Defizite von der Bafin festgestellt wurden, sondern nur die Umsetzung bereits vereinbarter Maßnahmen zeitlich festgelegt wurde, zeigt diese Entwicklung, dass bei der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung weiterhin strenge Kontrollen und Verbesserungen erforderlich sind.

Die Balance zwischen Gewinnsteigerung, Dividendenversprechen und der Erfüllung regulatorischer Anforderungen prägt somit das aktuelle Bild der Deutschen Bank.

Für Anleger und Kunden bietet dieses Szenario einerseits Grund zur Zuversicht, andererseits zur Wachsamkeit, wenn das Unternehmen sowohl die Erwartungen des Marktes als auch die Vorgaben der Aufsichtsbehörden erfüllen muss.

Redaktionelles Fazit zur Deutsche Bank AG Aktie

Nach 16 Jahren scheinbar ein neues Kapital am Horizont  – Die Deutsche Bank AG (WKN: 514000), einstmals verwurzelt in stabiler Tradition, steht heute an der Spitze einer vielversprechenden Erneuerung, die für Anleger das Interesse neu entfachen könnte.

Hier sind drei Gründe, die das Vertrauen in die Aktie von Deutschlands größtem Geldhaus stärken:

  • Erholung des Aktienkurses: Nach einem Tiefpunkt im Jahr 2020 hat sich die Aktie der Deutschen Bank erholt und einen Anstieg von nahezu 60 % innerhalb eines Jahres verzeichnet, was auf eine Rückkehr des Anlegervertrauens und auf das Potential für weiteres Wachstum hindeutet.
  • Dividendenwachstum: Die Deutsche Bank hat nicht nur ihre Dividende von 30 Cent auf 45 Cent pro Aktie erhöht, sondern strebt auch eine weitere Steigerung auf einen Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 an, was eine klare Botschaft an die Aktionäre sendet, dass ihre Investitionen geschätzt und belohnt werden.
  • Stabile Ertragssituation: Mit einem Anstieg der Erträge um 6 % im vergangenen Jahr und einem Vorsteuergewinn, der den höchsten Wert seit 16 Jahren erreicht hat, hat die Deutsche Bank ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, selbst in schwierigen Zeiten zu wachsen.

Diese Punkte, kombiniert mit den Bemühungen des Managements der Restrukturierung, die offensichtlich beginnt Früchte zu tragen, positioniert sich die Deutsche Bank AG (ISIN: DE0005140008) als ein potenter Kandidat für langfristige Anleger, die auf der Suche nach einem etablierten Akteur im Finanzsektor mit Erholungspotential sind.

Gesamtgesehen stehen die Zeichen weiter auf BUY und wir glauben aktuell, dass die Aktie für weitere 20–25 % nach oben gut ist. Unser Kursziel für 2024: 18,00 EUR.

Mit bestem Gruß

Ihre Black Research Redaktion

Publiziert am   05.04.2024, 17:23 Uhr
Aktualisiert am   06.04.2024, 09:43 Uhr

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