olle Lager und Inflation: Die Lage und die Aussichten für den zweitgrößten US-Einzelhändler Target waren im Frühsommer alles andere als rosig. Doch genau wie der große Konkurrent Walmart hat das Unternehmen mit Sitz in Minneapolis die Kurve bekommen, nach dem Einbruch der Wertpapiere im Mai haben sich die Kurse zuletzt wieder etwas berappelt. Für einen Einstieg könnte jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sein.
Stabilen Unternehmen hat die Pandemie nicht wirklich etwas anhaben können, das sieht man nicht zuletzt am Beispiel des US-Konzerns Target, der wie der Konkurrent Walmart längst nicht mehr nur von seinen Ladengeschäften lebt, sondern vor allem auch vom Onlinehandel. Einbrüche wie jener Mitte Mai können dennoch vorkommen, wobei Target damals kein Einzelfall war. Auch Walmart hatte in diesem Zeitraum massive Kurseinbrüche erlitten.
Mit Rabattaktionen hat Target die vormals vollen Lager etwas geleert. Bild: Pixabay
Target bildet mit Rabatten ein Fundament
Bei Target war es einerseits die Inflation, dazu kamen jedoch der schwache Gesamtmarkt, die gestiegenen Kosten für Personal und Energie sowie – ganz Target-spezifisch – die vollen Lager, die den Aktienkurs kurzfristig in den Keller rauschen ließen. In den ersten beiden Mai-Wochen gaben die Papiere des nach Walmart größten Einzelhändlers in den Vereinigten Staaten um ein Drittel nach.
Das Unternehmen reagierte auf die Missstände, indem es versuchte, die vollen Lagerhallen mit Rabattaktionen leerzubekommen. Und das mit Erfolg. Zwar senkte das kurzfristig die Margen, bildete aber die Basis für eine organische Erholung in Q3 und Q4 des aktuellen Geschäftsjahres. Zu dieser Einschätzung kamen auch die Analysten. Nach einem kleinen Zwischentief Mitte Juni legte der Aktienkurs wieder ordentlich zu und bewegt sich seitdem seitwärts. Für einen Einstieg könnte jetzt der passende Zeitpunkt gekommen sein.
Eine Target-Filiale im kalifornischen Oakland. Bild: Wikimedia
Inzwischen profitiert Target von der Inflation
Zwar versehen die Experten Target mit einer kleinen Einschränkung: Komme es zu einer Rezession, dann sei der Konzern etwas anfälliger als ein reiner Lebensmittelhändler. Die Analysten vermuten, dass ein hoher Anteil von Produkten, die keine Lebensmittel sind, also Bekleidung, Elektronik, Heimbedarf etc., während einer Rezession keine Abnehmer finden und weiterhin die Lager füllen könnten. Bei Lebensmitteln hingegen können die Händler die steigenden Preise direkt an die Kunden weitergeben.
Stand jetzt jedoch profitiert auch Target von der Inflation, die Bestände in den Lagerhallen sind durch die Rabatte wohl tatsächlich gesunken. Und so reiht sich das Unternehmen ein in die Phalanx jener Firmen, die als Bastionen gegen die Inflation gesehen werden – und das sind in den USA derzeit in erster Linie die Lebensmittelhändler und die Discounter.
Das Logo des Unternehmens. Bild: Wikipedia
E-Commerce als Chance in der Krise
Das Online-Geschäft haben Target und die Mitbewerber – hier muss man zuvorderst Walmart nennen – in den Vereinigten Staaten nicht verschlafen. Gerade während der Pandemie konnten die meisten, nicht nur Amazon, von diesem Modell profitieren. So gilt für den Konkurrenten Walmart, dass Analysten hier ein enormes Potenzial nach oben sehen – und im Prinzip dürfte das auch für Target gelten.
Unsere Redaktion geht von einem positiven Kursverlauf aus bei regelmäßiger Berichtserstattung durch das Unternehmen. Wir empfehlen versierten Small-Cap-Investoren, einige Aktien von Target (WKN: 856243) auf dem aktuellen Kursniveau ins Depot zu nehmen. Die Papiere können spesengünstig direkt an deutschen Börsen gekauft werden.
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