Darum gehts

  • Marktturbolenzen veranlassen auch Infineon die Prognose 2024 um 1 Mrd. Euro nach unten zu korrigieren.
  • Mit einem Umsatz von 16,3 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023 bekräftigt Infineon seine solide Position.
  • Gegenüber dem Kursverlust von über 16 % seit Jahresbeginn 2024 steht in den letzten fünf Jahren eine beeindruckende Kurssteigerung von über 76 % entgegen. 

  • Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004) (WKN: 623100)

    Liebe Black Research Leserinnen und Leser,

    das Halbleitergeschäft, ist ein unverzichtbarer Teil unserer digitalen Welt und mit steigendem Datenvolumen spielt Rechenleistung eine führende Rolle, wer hier an der Spitze bleibt.

    Halbleiter (Microchips) sind nicht nur eine Domain der Amerikaner oder Taiwanesen. Das deutsche Unternehmen Infineon (WKN: 623100) hat sich in diesem Bereich gut etabliert, und wenn wir über Infineon reden, dann reden wir über Deutschlands Nr. 1 im Halbleitergeschäft. Darüber hinaus Weltmarktführer im Bereich Leistungsbauelemente und -module und Nr. 5 im globalen Mikrocontroller-Markt.

    Allerdings ist durch die immer rasantere Entwicklungsgeschwindigkeit in der Tech-Branche und das Verlangen nach immer leistungsfähigeren Halbleitern die Konkurrenz sehr groß. Wo die Einen im Halbleitergeschäft wie Nvidia ein Milliardenwachstum hinlegen, schwächeln andere, beeinflusst durch geopolitische und andere Markteinflüsse.

    Wobei man erwähnen sollte, dass ein Unternehmen wie Nvidia die Chips zwar entwickelt, die Herstellung allerdings Auftragsfertigung ist. Infineon dagegen verfügt über eigene, aktuell 23, hochspezialierte Fertigungsstätten, und nur ein kleiner Restanteil wird extern produziert. 

    Die Geschichte von Infineon ist geprägt von strategischen Transformationen und Anpassungen. Geboren 1999 durch die Ausgliederung des Halbleitergeschäfts von Siemens, haben sich die Unternehmensbereiche im Laufe der Jahre entwickelt, um den dynamischen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

    Heute bewegt sich das Unternehmen vornehmlich in den Bereichen Automotive, Green Industrial Power, Power & Sensor Systems und Connected Secure Systems.

    Im Automobilsektor, der nicht erst seit „gestern“ immer mehr Chip-Technologie zur Weiterentwicklung der Fahrzeuge einsetzt, profitiert Infineon recht stark mit Mikrocontrollern, Leistungshalbleitern und Sensoren.

    Im Bereich Green Industrial Power konzentriert sich Infineon auf die Bereitstellung von Leistungshalbleitern und -modulen, die für die Energieerzeugung, -übertragung und -nutzung entscheidend sind. Diese Technologien spielen eine wichtige Rolle bei erneuerbaren Energiequellen wie Solar- und Windkraft sowie der wachsenden Infrastruktur für Elektrofahrzeuge.

    Unter dem Banner Connected Secure Systems liefert Infineon Mikrocontroller für SIM-Karten, Sicherheitschips für Zahlungs- und Zugangskarten sowie chipbasierte Systeme für staatliche Dokumente. Besonders erwähnenswert ist der Beitrag von Infineon zu sicheren Technologien wie den deutschen Personalausweisen.

    Während sich die Halbleiterbranche weiterentwickelt, getrieben von technologischen Fortschritten und sich ändernden Verbraucherpräferenzen, bleibt Infineon seinem Engagement für Innovation und Exzellenz treu.

    Mit einem Umsatz von 16,3 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023 konnte Infineon eine Dividende von 0,35 EUR pro Aktie ausschütten.

    In den letzten 5 Jahren hat die Aktie über 76 % zugelegt. Seit Jahresbeginn 2024 erlebt die Aktie einen Kursverlust von bislang rund etwas über 16 %. Schauen wir uns weitere aktuelle Infos dazu an.

    In den letzten 5 Jahren hat die Infineon Aktie über 76 % zugelegt. Leidet aktuell aber unter diversen Marktgegebenheit.

    (Bildquelle: tradingview.com)

    Halbleitermarkt starken Einflüssen ausgesetzt, Infineon passt seine Prognose 2024 um 1 Mrd. nach unten an

    Die jüngsten Marktentwicklungen haben die Aktie von Infineon seit Beginn des Jahres 2024 belastet.

    Auf der einen Seite geopolitischen Einflüssen, denn Berichten zufolge drängt die chinesische Regierung heimische Elektroautohersteller wie BYD und Geely dazu, vermehrt Elektronikchips von chinesischen Anbietern zu erwerben. Dieser Schritt soll die Halbleiterindustrie in China stärken und die Abhängigkeit von westlichen Lieferungen verringern.

    Der Chipmarkt steht jedoch nicht nur in China vor Herausforderungen. Der anhaltende Technologiestreit zwischen den USA und China sowie die restriktiven Maßnahmen der USA im Hinblick auf Chip-Lieferungen haben die Branche stark beeinflusst. Exportverbote für bestimmte Anlagen zur Herstellung leistungsstarker Chips verschärfen die Situation zusätzlich.

    Um dem schwierigen Umfeld entgegenzuwirken, hat Infineon seine Prognose um 1 Milliarde nach unten für das laufende Geschäftsjahr angepasst, bedingt durch Währungs- und Marktschwäche.

    Eine Erholung in Consumer-, Kommunikations-, Computing- und IoT-Anwendungen wird erst in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres erwartet.

    Hinzu kommt, dass die allgemeine Stimmung im Chipsektor auch von den Ergebnissen bei Intel beeinflusst ist, das mit seinem Ausblick für das laufende Quartal enttäuschte.

    Dies führte zu einer gedämpften Stimmung und einem Rückgang der Nachfrage nach Chipwerten. Infineon hält sich trotz des schwierigen Marktumfelds vergleichsweise stabil, da das Unternehmen weniger stark auf Industrie-Endmärkte ausgerichtet ist, die derzeit am deutlichsten schwächeln.

    Kurzum: Infineon befindet sich zwar in einer herausfordernden Marktlage, allerdings arbeitet Infineon daran, sich anzupassen und seine Position in einem sich ständig wandelnden Markt zu stärken. Eine Erholung der Gesamtsituation und der unternehmenseigenen Geschäfte ist voraussichtlich im vierten Quartal zu erwarten.

    Redaktionelles Fazit zur Infineon Technologies AG Aktie

    Infineon Technologies (WKN: 623100) positioniert sich gegenüber den Druckwellen, die durch geopolitische Spannungen und konjunkturelle Schwächen im Markt ausgelöst wurden, anpassungsfähig und innovationsgetrieben.

    Während kurzfristige Hürden die Oberfläche des Aktienkurses gekratzt haben, scheint das Fundament für langfristiges Wachstum und Stabilität intakt zu sein.

    Drei Gründe die für ein „Buy" der Infineon Technologies Aktie (ISIN: DE0006231004) sprechen:

    • Stabile Marktposition und technologische Exzellenz: Infineon ist Deutschlands Nr. 1 im Halbleitergeschäft und ein Weltmarktführer in spezialisierten Nischen wie Leistungshalbleitern. Infineon hält sich trotz des schwierigen Marktumfelds vergleichsweise stabil, da das Unternehmen weniger stark auf Industrie-Endmärkte ausgerichtet ist, die derzeit am deutlichsten schwächeln.
    • Diversifizierung und Präsenz in Wachstumsmärkten: Infineon hat eine breite Aufstellung mit einem Fokus auf Zukunftsfelder wie Automotive, grüne Energie und Sicherheitstechnologien. Besonders die wachsende Bedeutung von Halbleitern in Elektrofahrzeugen und bei erneuerbaren Energien eröffnet Infineon neue Chancen, während etablierte Positionen wie Mikrocontroller für SIM-Karten das Fundament stärken.
    • Eigenständige Produktionskompetenz: Diese vertikale Integration kann in Zeiten von Lieferengpässen und geopolitischen Unsicherheiten ein entscheidender Vorteil sein, der eine kontinuierliche Produktion und Lieferfähigkeit gewährleistet.

    Zusammengefasst: Infineon bringt robuste Voraussetzungen mit, um die derzeitige Marktdynamik zu überstehen und gestärkt aus ihr hervorzugehen. Für langfristig orientierte Investoren könnten die aktuelle Kurskorrektur, die positiven Aussichten auf das vierte Quartal und darüber hinaus eine attraktive Einstiegsgelegenheit darstellen.

    Wir glauben deshalb, dass man für die Infineon-Aktie besser beraten ist, einen kühlen Kopf zu bewahren. Unsere Redaktion erwartet für das Jahr 2024 letztendlich eine Kurserholung von 20–30 % mit einem Kursziel bis Ende des Jahres von 39,40 EUR: BUY.

    Mit bestem Gruß

    Ihre Black Research Redaktion

    Publiziert am   28.03.2024, 18:02 Uhr
    Aktualisiert am   28.03.2024, 19:29 Uhr

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