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ie Jenaer Intershop Communications AG gab im Mai auf ihrer Hauptversammlung den Gewinn des ersten Quartals 2022 bekannt – der nur auf den ersten Blick enttäuschend ausfällt. Wichtiger sind derzeit ohnehin andere Kennzahlen. Gerade die Aufträge im Cloudgeschäft nehmen stark zu, wobei der Löwenanteil der neuen Order von Neukunden stammt. Das ist bemerkenswert und sehr ordentlich für ein Unternehmen, das sich mitten in der Transformationsphase hin zur Cloud befindet. Sollten nun auch die Umsätze im Service wieder nach oben gehen, werden die Intershop-Aktienkurse wieder klettern, darin sind sich die Analysten einig.

Wenn ein Unternehmen einen neuen Geschäftsbereich ins Visier nimmt und diesen zum Hauptgeschäftszweig umdeklariert, kommt es auf dem Börsenparkett nicht selten zu Bewegungen. Das gilt auch für die Jenaer Intershop Communications, die sich inmitten einer Umwandlungsphase hin zum Anbieter für Omnichannel-Commerce-Lösungen befindet. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Cloud/Software und Service.

Intershop Communications: Quartalszahlen führen in die Irre

Im Portfolio der Firma befinden sich Plattformen für das Erfahrungs- und Handelsmanagement sowie das Auftrags- und das Produktinformationsmanagement. Was den Servicebereich betrifft, so zählen neben Schulungen und Projektmanagementdiensten auch der Support und Go-Live- sowie Implementierungssupport zu den angebotenen Diensten. Die Kunden des 1992 gegründeten Unternehmens sind im Groß- und Einzelhandel sowie in der Fertigung zuhause – im B2B, B2C und B2X (Business-to-Exchange).

22 Cloud Intershop.jpgIntershop Communications hat Lösungen im Cloud Computing. Bild: Pixabay

Ein Unternehmen im Wandel, das unauffällige Quartalzahlen vorlegt, woraufhin der Aktienkurs noch stärker einknickt als zuvor ohnehin schon – das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Im Fall von Intershop Communications jedoch führen diese Tendenzen in die Irre. Denn die Zahlen verstellen den Blick auf die wahren Umstände, und die sind bei Intershop viel positiver, als es auf dem Parkett im Sommer 2022 aussieht.

Umsatz und Gewinn: es ist noch Luft nach oben

Denn zum einen lag das Ergebnis des ersten Quartals vor Zinsen und Steuern mit nur 31.000 Euro zwar nur leicht im Plus, aber eben doch: im Plus. Markus Klahn, der Vorstand von Intershop Communications, sagte im Frühjahr, dass das Unternehmen in etwa mit diesen Zahlen gerechnet hatte. Wenn man bedenkt, dass hier die Kosten für den Erwerb der niederländischen sparque.ai bereits enthalten sind, erscheint das Ergebnis in einem neuen Licht.

23 Residenz Intershop bis 2020.jpgHier im Jentower war Intershop bis 2020 zuhause, inzwischen ist die Firma umgezogen. Bild: Pixabay

Zumal die Umsätze im Service, einem wichtigen Standbein des Unternehmens, in den ersten drei Monaten des Jahres eingebrochen waren, von knapp 3,9 Millionen Euro im vorangegangenen Quartal auf aktuell 3,23 Millionen. Der Gesamtumsatz von Intershop lag bei 9,21 Millionen, was einer Steigerung von vier Prozent entspricht. Zehn Prozent hat Intershop für 2022 als Ziel ausgegeben (bei einem Gewinn von mindestens einer Million Euro).

Intershop: die Aufträge im Cloudbereich nehmen erheblich zu

Was den Servicebereich angeht, so gibt es Grund zur Annahme, dass sich der Umsatz schon bald deutlich steigern wird. Genauer gesagt dürfte sich diese Steigerung von allein ergeben – denn die aus strategischer Sicht enorm wichtige Kennzahl aus dem Cloudbereich der Firma, nämlich der Zuwachs der Auftragseingänge, ist herausragend: Die Steigerung liegt hier bei 91 Prozent, das Volumen beträgt 8,72 Millionen Euro. Und eine solche Vielzahl neuer Aufträge und Kunden wird auch zu einem stärker nachgefragten Service und Support führen. Zumal etwa 60 Prozent der Cloud-Aufträge von fünf neuen Kunden stammen.

24 Logo Intershop.jpgDas Unternehmenslogo von Intershop Communications. Bild: Wikipedia

Damit lag Intershop im Cloudbereich nach nur einem Quartal bei knapp 44 Prozent des Solls für das gesamte Jahr. Das alles soll zwar nicht bedeuten, dass die Phase der Transformation bereits als abgeschlossen betrachtet werden kann; auch 2023 wird das Unternehmen weiter an diesem Übergang arbeiten. Doch weisen die aktuellen Zahlen und Fakten in eine sehr gute Richtung. Vorstandschef Klahn sagte zudem, dass „Entscheidungen und Prozesse“ wegen der Pandemie nicht verzögert würden. Analysten jedenfalls sehen in der Intershop-Aktie eine sehr gute Chance für Anleger und erwarten trotz der derzeitigen konjunkturellen Lage einen steigenden Aktienkurs.


Unsere Redaktion geht von einem positiven Kursverlauf aus bei regelmäßiger Berichtserstattung durch das Unternehmen. Wir empfehlen versierten Small-Cap-Investoren, einige Aktien von Intershop Communications (WKN: A25421) auf dem aktuellen Kursniveau ins Depot zu nehmen. Die Papiere können spesengünstig direkt an deutschen Börsen gekauft werden.

Publiziert am 15.06.2022, 17:32 Uhr

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