ass Intel an der Börse zurzeit Probleme hat, lässt sich nicht bestreiten. Zum einen befinden Tech-Aktien generell derzeit in einer Talsohle. Zweitens herrscht weiterhin ein Mangel an Komponenten, die OEM-Kunden waren nicht in der Lage, genügend Geräte herzustellen. Und drittens räumen die Händler derzeit ihre Lager leer, weil sie eine Rezession befürchten. Der sich hinziehende Lockdown in Shanghai ist dabei ebenfalls nicht hilfreich. Doch wenn der Markt anziehen sollte, könnten auch die Intel-Papiere wieder klettern.
Es ist nicht so, dass die aktuelle konjunkturelle Schieflage an den Herstellern von Mikrochips und Prozessoren vorbeigehen würde. Im Gegenteil, der Branchenriese Intel kämpft mit diversen Problemen. Intel-Finanzchef David Zinser sagte Mitte Juni, dass die genannten Umstände deutlich schlechter seien, als vorab befürchtet, die Zahlen für Q2 und Q3 werden nicht allzu gut ausfallen.
Der gesamte Chip-Markt ist betroffen
Faktoren, auf die ein Wertpapier so reagiert, wie es eben reagiert: mit einem Kursverlust. Intel-Konkurrent AMD hat mit denselben Problemen zu kämpfen, und wenn sich diese Krise auch noch auf den Ausbau von Datacentern ausweitet, könnte auch Nvidia Schwierigkeiten bekommen. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass derzeit der gesamte Markt der Prozessoren- und Chiphersteller angeschlagen ist.
Bei Intel dreht sich alles um Prozessoren und Chips, etwa um Grafikkarten. Bild: Pixabay
Und was sind nun die guten Nachrichten? Immerhin werden Chips und Prozessoren weltweit benötigt, und das immer und überall. Derzeit können Anleger in erster Linie hoffen, dass die Talsohle jetzt erreicht ist und es – zumindest theoretisch – gar nicht mehr weiter nach unten gehen kann. Doch was spricht aus praktischer Sicht für eine solche Entwicklung?
Intel: erste diskrete PC-Grafikkarte vorgestellt
Positiv ist ohne Zweifel, dass Intel selbst in der aktuellen Situation genügend Power hat, um neue Produkte vorzustellen – wie im jüngsten Fall Mitte Juni die zunächst für den chinesischen Markt konzipierte diskrete PC-Grafikkarte Arc380. Ein noch vorsichtiges, aber wichtiges Signal für Intel. Das Ziel ist für Intel, dass mit diesem Chip „flüssiges 1080p-Gaming mit über 60 Bildern pro Sekunde bei populären Spielen“ ermöglicht wird.
Der Intel 4004 war 1971 der erste in Serie gefertigte Ein-Chip-Mikroprozessor. Bild: Wikipedia
Zwar bedient Intel damit lediglich den Low-End-Bereich, in dem keine allzu großen Gewinnmargen möglich sind. Allerdings ist der Arc380 nur ein Vorbote auf neue Prozessoren im Mid-End- und High-End-Bereich, die Intel im Herbst vorstellen wird: die Grafikkarten Arc5 und den Arc7. Intel hatte diese Prozessoren zur CES-Messe im Januar in Aussicht gestellt, aufgrund der Lieferengpässe kommt es hier aber immer noch zu Verzögerungen.
Intel: irgendwann muss es wieder nach oben gehen
Sollten diese Chips erfolgreich sein, dann steht einem Kurssprung der Intel-Aktie nichts im Wege, wenn gleichzeitig auch die Lieferengpässe bewältigt werden können, die aktuell die komplette Branche belasten. In Südkorea ist die GPU Arc3 350M, die im Galaxy Book 2 von Samsung verbaut ist, bereits auf dem Markt.
Das Unternehmenslogo von Intel mit Sitz im Silicon Valley. Bild: Wikipedia
Im Singlethreading-Vergleich der Geekbench-Datenbank liegt das Sahnestück von Intel, der Intel Core i7-1255U, in der Performance auf Rang 3, nur ganz knapp hinter dem im MacBook Air verbauten Apple M1 (der wiederum deutlich von seinem Nachfolger Apple M2 geschlagen wird). Der Vorsprung des Intel Core i7-1255U auf den ersten AMD-Konkurrenten, den AMD Ryzen 7 6800U, ist bei Geekbench enorm. Allerdings muss Intel nachlegen, um auch an der Börse wieder performen zu können.
Unsere Redaktion geht von einem positiven Kursverlauf aus bei regelmäßiger Berichtserstattung durch das Unternehmen. Wir empfehlen versierten Small-Cap-Investoren, einige Aktien von Intel (WKN: 855681) auf dem aktuellen Kursniveau ins Depot zu nehmen. Die Papiere können spesengünstig direkt an deutschen Börsen gekauft werden.
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