hegg Inc aus Santa Clara im Silicon Valley war einer der großen Profiteure der Corona-Pandemie. Als die Schulen in den USA geschlossen waren, Kinder und Studenten über das Internet an Schulunterricht und Lehrveranstaltungen der Unis teilnehmen mussten sowie auch Fortbildungen von Unternehmen zunehmend online stattfanden, wurde Chegg an der Börse hoch gehandelt – bevor im Herbst 2021 der jähe Absturz folgte. Im Frühjahr 2022 hatte sich der Kurs etwas erholt, brach dann aber erneut ein. Momentan sind die Aussichten auf eine Konsolidierung gar nicht so schlecht.
Denn derzeit bewegt sich der Aktienwert weg vom historischen Tiefstand, der Mitte Juni erreicht worden war, Mitte Juli wurde sogar die 20-Euro-Marke durchbrochen. Insgesamt bewegen sich die Chegg-Wertpapiere in einer Seitwärtsbewegung um diesen Kurs herum, und das in einem insgesamt schwachen Markt. Über einen Monat hinweg betrachtet haben die Aktien von Chegg sogar um 8,5 Prozent zugelegt.
Digitales Lernen war vor allem in den ersten anderthalb Jahren der Pandemie angesagt. Bild: Pixabay
Einbruch aufgrund der sinkenden Gewinnerwartung
Der zwischenzeitliche Absturz hatte natürlich seine Gründe. Anfang Mai wurde die Umsatzerwartung von ursprünglich 830 bis 850 Millionen Dollar auf 740 bis 770 Millionen gesenkt. Das minderte auch die Gewinnerwartung. Den Gewinn für 2022 hatte die Geschäftsführung ursprünglich auf 260 bis 270 Millionen Dollar geschätzt, im Mai war dann nur noch von 220 bis 235 Millionen Dollar Gewinn vor Steuern die Rede.
Grundsätzlich wird immer ein Bedarf an E-Learning bestehen. Bild: Pixabay
Dabei lag der Umsatz des ersten Quartals völlig im Soll, der Gewinn vor Steuern übertraf sogar den für Q1 erwarteten Wert. Doch die Börse ist nervös in diesen Zeiten, selbst kleinere Korrekturen an den Umsatz- und Gewinnerwartungen ziehen die Aktienkurse in den Keller. Zum Glück aber ist auch das Langzeitgedächtnis auf dem Parkett nicht immer das Beste, schließlich berappelten sich die Wertpapiere von Chegg im Sommer wieder.
Konsolidierung nach den fetten Jahren
Dem Unternehmen passierte, was – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – irgendwann jedem börsennotierten Unternehmen passiert: Es geht nicht immer nur aufwärts, selbst mit einem zeitgemäßen Unternehmensmodell. Zwar schrieb das Unternehmen bis 2019 immer rote Zahlen, doch die Bilanzsumme und die Zahl der Mitarbeiter wuchs und wuchs. 2020 und 2021 gerieten für Chegg dann aufgrund der Pandemie zu den fetten Jahren.
Das Unternehmenslogo von Chegg. Bild: Wikipedia
Insofern ist der Kurseinbruch im November 2021 auch als Konsolidierung zu sehen. Wenn die Erholung am Aktienmarkt nun organisch weitergehen kann und nicht von einer erneuten Katastrophe befeuert wird, dann stehen die Aussichten auf eine langfristig gute Entwicklung nicht so schlecht.
Die Aussichten an der Börse
Man muss es klar sagen: 2022 war bis jetzt noch nicht das Jahr von Chegg, wobei sich der Kurs nach dem absoluten Tiefstand Mitte Juni wieder etwas berappelt hat – auf einem niedrigen Niveau, aber immerhin. Und auch, wenn das digitale Lernen womöglich nie wieder eine solche Ausbreitung erreichen wird wie in den ersten beiden Jahren der Pandemie, so verfolgt das Online-Education-Unternehmen ein klares Konzept. Ein Einstieg zum aktuellen Zeitpunkt könnte sich als goldrichtig erweisen, auch wenn eine gewisse Vorsicht angebracht ist.
Unsere Redaktion geht von einem positiven Kursverlauf aus bei regelmäßiger Berichtserstattung durch das Unternehmen. Wir empfehlen versierten Small-Cap-Investoren, einige Aktien von Chegg (WKN: A1W4ER) auf dem aktuellen Kursniveau ins Depot zu nehmen. Die Papiere können spesengünstig direkt an deutschen Börsen gekauft werden.
Aktuelle News zu Chegg, Inc.
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