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Darum gehts
- Merck verliert sein Milliardenmedikament an Generika. Der Wirkstoffmarkt wächst bis 2032 trotzdem auf 2,5 Milliarden US-Dollar.
- BioNxt hält das einzige Patent auf die bessere Darreichungsform, bis 2043. Seit dem IMPD vom 19. August ist es lizenzierbar.
- Strong Buy mit Kursziel 2,80 Euro. Schon der faire Wert liegt beim Doppelten des Kurses. Eine Chance für risikobereite Anleger.
Der Tag, an dem ein Milliardenmolekül herrenlos wurde
Am 30. Oktober 2025 fiel in Washington ein Urteil, das in der deutschen Finanzpresse kaum jemand las. Der US Court of Appeals for the Federal Circuit bestätigte, dass zwei Patente der Merck KGaA ungültig sind. Es ging um das Dosierungsschema von Mavenclad, jener Cladribin-Tablette, die Merck 2025 einen Umsatz von 1,194 Milliarden Euro einbrachte. Mit 16,6 Prozent organischem Wachstum. Drittes Blockbuster-Jahr in Folge.
Mercks Antrag auf erneute Anhörung blieb erfolglos. Am 24. November 2025 hatte die FDA bereits Apotex die Zulassung für ein Cladribin-Generikum erteilt (ANDA 218425). Einen Tag später war es im Markt.
Dann ging es schnell. Sehr schnell.
Im März 2026 sagte Merck: ab März kein US-Umsatz mehr mit Mavenclad. Im Mai: ab Mai. Am 6. August 2026, im Quartalsbericht: ab August null. Das zweite Quartal zeigte bereits minus 10,2 Prozent organisch. Ein Medikament, das im Vorjahr allein in Nordamerika 635 Millionen Euro umgesetzt hatte, wird in Echtzeit demontiert.

Grafik: Mavenclad-Umsatz der Merck KGaA in Millionen Euro. Der Wert für 2026 ist die Summe aus Q1 und Q2.
(Bildquelle: Black Research)
In Europa läuft die Uhr ebenfalls. Die EU-Zulassung datiert vom 22. August 2017. Nach der europäischen 8+2-Regel, also acht Jahre Unterlagenschutz plus zwei Jahre Vermarktungsschutz, endet der Marktschutz rechnerisch etwa im August 2027. Danach steht auch hier die Generikawelle vor der Tür.
Das ist die eine Hälfte der Geschichte. Ein Konzern verliert ein Milliardenprodukt. Die andere Hälfte ist interessanter.
Der Wirkstoff verschwindet ja nicht. Im Gegenteil: Prognosen sehen ihn bis 2032 bei rund 2,5 Milliarden US-Dollar, also etwa dem Doppelten des Niveaus von 2025. Der Grund ist derselbe, der Merck das Geschäft kostet: Generika machen die Therapie billiger, und billigere Therapie erreicht mehr Patienten. Mehr als 130.000 Patienten wurden seit der Markteinführung mit oralem Cladribin behandelt, das Präparat ist in über 80 Ländern zugelassen. Das Molekül wirkt. Es ist eine der wenigen hochwirksamen MS-Therapien, die man schluckt, statt sie zu infundieren.
Und Merck selbst glaubt so sehr daran, dass der Konzern seit August 2024 eine Phase-3-Studie mit 240 Patienten fährt (MyClad, NCT06463587), um Cladribin in einer völlig neuen Indikation zuzulassen: generalisierte Myasthenia gravis. Es wäre die erste eigens für diese Erkrankung zugelassene orale Immuntherapie.
Merck baut also gerade einen neuen Markt für ein Molekül auf, dessen Stoffschutz seit Jahren erloschen ist.Wer in dieser Konstellation ein erteiltes Patent auf eine bessere Darreichungsform desselben Wirkstoffs besitzt, hält plötzlich die einzige verbliebene Exklusivitätsposition in einem Milliardenmarkt.
Wichtig für das richtige Verständnis: Cladribin als Substanz ist gemeinfrei. Genau deshalb gibt es das Apotex-Generikum. BioNxt besitzt keinen Wirkstoffschutz. Was BioNxt besitzt, ist ein erteiltes Formulierungspatent auf eine sublinguale Cladribin-Cyclodextrin-Zusammensetzung in einem polymerbasierten Dünnfilm. Genau das ist in einer generisierten Welt die einzige Art von Schutz, die noch etwas wert ist.
Was diese Konstellation wert sein kann, rechnen wir weiter unten Schritt für Schritt vor. Das Ergebnis ist kein einzelnes Kursziel, sondern ein Zielband von 0,70 bis 3,00 Euro, dessen Stufen jeweils an ein Ereignis geknüpft sind, das terminiert ist.
Am 19. August 2026 veröffentlichte dieses Unternehmen dann eine Meldung, die nach Bürokratie klingt und in Wahrheit der wichtigste Schritt seit drei Jahren ist.
Das Dokument, ohne das kein Pharmakonzern verhandelt
Die Überschrift lautet: BioNxt hat das Investigational Medicinal Product Dossier (IMPD) für BNT23001 fertiggestellt.
Das klingt nach Aktenordner. Es ist der Türöffner.
Das IMPD führt für ein Prüfpräparat alles zusammen, was eine Behörde sehen will, bevor ein Mensch die Substanz erhält: Qualität, Herstellung, Analytik, Kontrolltests, präklinische Daten, klinische Begründung. Es bildet den Teil I eines Clinical Trial Application (CTA) nach der EU-Verordnung 536/2014, eingereicht über das Portal CTIS. Ohne vollständiges IMPD wird ein Antrag nicht einmal validiert.
BioNxt nennt die Bausteine, die dafür fertig sein mussten:
- Entwicklung des proprietären sublingualen Cladribin-Films BNT23001, abgeschlossen
- GMP-Prozessentwicklung und Herstellung der klinischen Prüfcharge, abgeschlossen
- Vergleichende pharmakokinetische Studien im präklinischen Modell, erfolgreich
- Lokale Verträglichkeitsstudien für die sublinguale Gabe, erfolgreich
- Finalisierung des klinischen Prüfprotokolls, abgeschlossen
- Patentschutz in Europa und Eurasien, gesichert
CEO Hugh Rogers: „Der Abschluss des IMPD ist ein bedeutender Meilenstein für BioNxt und spiegelt die enormen Fortschritte wider, die unser Team und unsere Partner bei der Weiterentwicklung von BNT23001 in Richtung klinischer Prüfung am Menschen erzielt haben. Wir bereiten nun die nächste Stufe des regulatorischen Austauschs vor, während wir auf den Start unserer ersten klinischen Studie am Menschen hinarbeiten.“
Der nächste Schritt ist konkret benannt: Einreichung eines CTA in Europa für eine randomisierte, offene Crossover-Bioäquivalenzstudie von BNT23001 gegen Mavenclad an gesunden Probanden.
Warum ist das mehr als ein Verwaltungsakt?
Erstens: Es beendet die längste Hängepartie der Unternehmensgeschichte. Die humane Studie war ursprünglich für Q3 2024 angekündigt, dann für H2 2025, dann für Q1 2026. Zwei Jahre Verzug. Wer BioNxt begleitet, kennt diese Verschiebungen. Sie sind der Hauptgrund, warum die Aktie rund 70 Prozent unter ihrem Zyklushoch vom August 2025 notiert. Das IMPD ist der erste harte Beleg, dass das Paket tatsächlich existiert.
Zweitens, und das ist der eigentliche Punkt: Man lizenziert keine Pressemitteilung. Man lizenziert ein prüfbares Datenpaket.
Wenn ein Pharmakonzern über eine Einlizenzierung entscheidet, schickt er kein Marketingteam, sondern eine Due-Diligence-Mannschaft aus Regulatory Affairs, CMC und Qualitätssicherung. Diese Leute wollen genau die Unterlagen sehen, die im IMPD zusammengefasst sind. Ohne dieses Dossier bleibt jedes Gespräch unverbindlich, weil es nichts zu prüfen gibt.
BioNxt hat am 15. Juni 2026 Business-Development- und Lizenzierungsberater mandatiert und seither wiederholt von laufenden Partnergesprächen berichtet, zuletzt in den Updates vom 4. und 17. August 2026. Zwei Monate nach dem Beraterauftrag lag damit das Dokument auf dem Tisch, das aus Gesprächen Verhandlungen machen kann.
Für die Bewertung ist das der entscheidende Übergang. Solange kein prüfbares Dossier existierte, war alles oberhalb der Modellstufe von 1,07 Euro rein theoretisch. Mit dem IMPD wird sie erreichbar, weil ein Lizenzpartner nun etwas hat, das er bewerten kann.
Ein GMP-Labor für hochpotente Wirkstoffe und ein Patent bis 2043
BioNxt Solutions ist kein Pharmakonzern, sondern ein Spezialist für Darreichungsformen. Für ein Unternehmen mit rund 5,2 Millionen kanadischen Dollar Jahresbudget ist das Münchner Umfeld der entscheidende Hebel: Es muss weder eigene GMP-Anlagen bauen noch Regulatory-Affairs-Spezialisten ausbilden, sondern kann beides in der Nachbarschaft einkaufen. Genau daran scheitern vergleichbare Kleinstunternehmen sonst.
BioNxt Solutions auf einen Blick
Das Labor: Seit dem 1. März 2025 arbeitet BioNxt im Labor der Gen-Plus GmbH & Co. KG, eines Auftragsentwicklers und Herstellers mit über 25 Jahren Erfahrung. Rund 1.000 Quadratmeter, GMP-konform lizenziert einschließlich Betäubungsmitteln und für hochpotente Wirkstoffe ausgelegt. Eben das ist die Voraussetzung für dieses Programm, denn Cladribin ist ein Zytostatikum. Dort entstand die klinische Prüfcharge nach EU-GMP-Standard, dort laufen Analytik und Stabilitätsprüfung.
Das Umfeld: Die Region München zählt 463 Biopharma-Unternehmen mit rund 48.700 Beschäftigten und 68 Wirkstoffkandidaten in klinischer Entwicklung. Amgen forscht hier mit einer Einheit aus der 1,16 Milliarden US-Dollar teuren Micromet-Übernahme, Roche betreibt im nahen Penzberg mit rund 7.730 Beschäftigten einen seiner weltweit wichtigsten Standorte für biopharmazeutische Wirkstoffe und Diagnostik. Dazu Daiichi Sankyo, Bristol Myers Squibb, MSD, GSK, WACKER Biotech, der Auftragsforscher WuXi AppTec und der Biotech-Campus Martinsried. Eine Geschäftsbeziehung zu diesen Konzernen besteht ausdrücklich nicht.
Die Pipeline: Leitprogramm ist BNT23001, sublinguales Cladribin gegen Multiple Sklerose. Dahinter stehen Myasthenia gravis mit demselben Wirkstoff sowie ein Semaglutid-Film und Everolimus, beide in frühen Entwicklungsstadien.
Zurück zum Kern. Das Geschäftsmodell in einem Satz: Man nimmt einen Wirkstoff, der bereits zugelassen ist und funktioniert, und löst das Problem, wie er in den Körper kommt.
Das ist unspektakulär und ökonomisch elegant. Denn die teuren Fragen der Pharmaentwicklung, also ob die Substanz wirkt und ob sie sicher ist, sind bei einem seit 1993 zugelassenen Molekül längst beantwortet. Übrig bleibt ein deutlich schmaleres Risiko: Kommt der Wirkstoff über den neuen Weg in vergleichbarer Menge ins Blut?
Diese Frage beantwortet man mit einer Bioäquivalenzstudie an typischerweise 24 bis 36 gesunden Probanden. Branchenübliche Schätzungen nennen dafür 0,5 bis 1,5 Millionen US-Dollar, die eigentliche Studiendurchführung dauert zwei bis drei Wochen. Zum Vergleich: Eine vergleichende klinische Endpunktstudie kostet nach denselben Schätzungen ein Vielfaches und dauert Jahre.
Der regulatorische Weg ist etabliert. In Europa greift Artikel 10(3) der Richtlinie 2001/83/EG, der Hybridantrag. Er ist ausdrücklich für Fälle vorgesehen, in denen sich Darreichungsform oder Verabreichungsweg ändern. Der Antragsteller stützt sich auf die Daten des Referenzprodukts und ergänzt sie um eigene Studien. In den USA heißt derselbe Mechanismus 505(b)(2).
Sechzig Prozent, die nie im Blut ankommen
Mavenclad ist eine Tablette. Sie wird geschluckt, passiert Magen und Darm, durchläuft die Leber. Das FDA-Label nennt die Bioverfügbarkeit mit rund 40 Prozent. Sechzig Prozent des Wirkstoffs kommen nie im Blut an.
Dazu Vorschriften, die im Alltag ins Gewicht fallen: Die Tabletten müssen im Ganzen geschluckt und dürfen nicht gekaut werden. Und während der Behandlungszyklen müssen zwischen Mavenclad und jedem anderen oralen Medikament mindestens drei Stunden liegen. MS-Patienten sind häufig polymediziert.
Und dann ist da das Problem, über das in Fachpublikationen mehr steht als in Anlegerpräsentationen: Schlucken.
Zwei unabhängige Metaanalysen kommen zu bemerkenswert ähnlichen Ergebnissen. Eine Auswertung von 22 Studien mit 5.495 Patienten (Iranian Journal of Neurology, 2018) ermittelte eine Dysphagie-Prävalenz von 43,3 Prozent. Eine größere Analyse von 54 Studien mit 11.266 Patienten (Journal of Clinical Neuroscience, 2023) kam auf 44,8 Prozent. Misst man instrumentell, schaut also tatsächlich hin, statt zu fragen, steigen die Werte auf 58 Prozent (2018) beziehungsweise rund zwei Drittel (2023).
Vier von zehn MS-Patienten haben Schluckstörungen. Bei genauer Messung deutlich mehr.
Genau hier setzt BioNxt an. Der Wirkstoff bleibt derselbe, nur sein Weg in den Körper ändert sich: kein Schlucken, kein Wasser, stattdessen ein Film, der sich unter der Zunge auflöst.

Grafik: Wo der Wirkstoff verloren geht: 60 Prozent kommen bei der Tablette nie im Blut an.
(Bildquelle: Black Research)
Kurz erklärt: Was ein sublingualer Dünnfilm ist
Warum das pharmakologisch etwas anderes ist als eine Tablette, liegt an der Anatomie des Mundbodens. Er ist stark durchblutet und nur von wenigen Zellschichten bedeckt. Ein Wirkstoff, der dort freigesetzt wird, tritt direkt in den venösen Kreislauf über. Damit umgeht er die beiden Stationen, an denen eine Tablette Substanz verliert: die Passage durch Magen und Darm sowie den anschließenden First-Pass-Effekt, bei dem die Leber einen Teil des Wirkstoffs abbaut, bevor er überhaupt am Wirkort ankommt.
Vollständig ist diese Umgehung allerdings nie, weil stets ein Anteil des gelösten Wirkstoffs mit dem Speichel verschluckt wird.
Neu ist nicht das Prinzip, sondern die Anwendung. Sublinguale und bukkale Filme sind seit Jahren zugelassen und im Markt, etwa in der Suchtmedizin und bei Migräne. Der Patentschutz von BioNxt bezieht sich nicht auf die Filmtechnologie an sich, sondern auf ihre Anwendung auf Cladribin.
Die 40 Prozent, die fast alle falsch lesen
Im November und Dezember 2025 lief die entscheidende Studie: ein Crossover-Vergleich an ausgewachsenen Schweinen von 40 bis 50 Kilogramm, ein translational relevantes Modell, weil Körpermasse und Schleimhautverhältnisse dem Menschen nahekommen. Einzeldosis 5 Milligramm Cladribin, einmal als sublingualer Film, einmal als Referenztablette per Sonde. Messfenster 48 Stunden. Erklärter Studienzweck laut Meldung vom 21. Oktober 2025: die Bestimmung der geeigneten sublingualen Wirkstoffbeladung für den Menschen.
Am 21. Januar 2026 kamen die Zahlen:

Grafik: AUC über 48 Stunden im Schweinemodell, Angaben in Nanogramm mal Stunde je Milliliter.
(Bildquelle: Black Research)
Die meisten Kommentare lasen das als: „Der Film wirkt stärker.“ Das ist die falsche Lesart. Die richtige ist die interessantere.
Diese 40 Prozent sind kein Produktversprechen. Sie sind Konstruktionsspielraum.
Cladribin ist ein Zytostatikum. Es wirkt, indem es Lymphozyten abbaut. Mehr Wirkstoff im Blut ist nicht automatisch besser, mehr systemische Belastung ist bei einer solchen Substanz ein Nachteil. Genau deshalb zielt BioNxt in der angekündigten Studie auch nicht auf Überlegenheit, sondern ausdrücklich auf Bioäquivalenz gegenüber Mavenclad.
Der Vorteil liegt woanders: Läuft die Aufnahme über einen effizienteren Weg, braucht man bei unterstellter dosisproportionaler Kinetik rund 29 Prozent weniger Substanz (1 ÷ 1,404 = 0,712) für denselben Blutspiegel. Weniger Wirkstoff für dieselbe Wirkung. Bei einem Molekül, dessen zentrales Sicherheitsthema die Lymphopenie ist, ist das kein Marketingargument, sondern ein pharmakologisches.
Dazu kommt die Konsistenz. Ein Weg, der Magen, Darm und weitgehend auch die Leber umgeht, hat weniger Variablen. Das zählt besonders bei einem Medikament, das ein Patient nur an 16 bis 20 Tagen über zwei Jahre einnimmt. Jede fehlerhaft resorbierte Dosis wiegt entsprechend schwer.
BioNxt formulierte diese Logik bereits im November 2023, lange bevor Daten vorlagen: höhere Dosiergenauigkeit, potenziell reduzierte Tages- und Kursdosis. Die Schweinestudie hat die These quantifiziert.
Siebzehn Jahre Vorsprung, die Merck nicht mehr hat
Hier liegt der eigentliche Wert, und hier hat sich seit dem letzten Black-Research-Artikel das Entscheidende getan.
Der Patentstatus von BNT23001
Europa: EP 4539857, Decision to Grant am 17. Februar 2026, Erteilung und Veröffentlichung im Europäischen Patentblatt am 11. März 2026, Reichweite bis zu 39 EPÜ-Vertragsstaaten. Am 31. März 2026 zusätzlich als Einheitspatent registriert, mit einheitlicher Wirkung in 18 EU-Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Schweden und Portugal. Prioritätsdatum 15. Juni 2022, Laufzeit bis mindestens 14. Juni 2043.
USA: Anmeldung im USPTO Track One Prioritized Examination Program, von BioNxt am 9. Oktober 2025 gemeldet. Entscheidung binnen neun bis zwölf Monaten erwartet, das Zeitfenster läuft. Weitere Jurisdiktionen. Nationale PCT-Phasen in Kanada, Japan, Australien und Neuseeland laufen.
Schutzumfang: Geschützt ist eine sublinguale pharmazeutische Zusammensetzung mit Cladribin, bevorzugt als Cladribin-Cyclodextrin-Komplex, eingebettet in einen polymerbasierten oralen Dünnfilm. Der von BioNxt kommunizierte Anspruchsumfang deckt neben Multipler Sklerose ausdrücklich Myasthenia gravis und Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen ab.

Grafik: Zwei Patentuhren auf dasselbe Molekül. Mercks Schutz endet, BioNxt hat noch siebzehn Jahre.
(Bildquelle: Black Research)
Und die Gegenüberstellung, um die es geht:

Grafik: Cladribin als Substanz ist gemeinfrei. Geschützt ist bei BioNxt die Darreichungsform.
(Bildquelle: Black Research)
Merck hat auf diesem Molekül in seinen Kernmärkten praktisch nichts mehr. BioNxt hat noch siebzehn Jahre.
10 Gründe warum Sie Aktien von BioNxt Solutions Inc. kaufen sollten
- Merck verliert die Exklusivität auf ein Molekül, das 2025 knapp 1,2 Milliarden Euro umsetzte, während die Nachfrage bleibt.
- Das einzige erteilte Patent auf eine differenzierte orale Cladribin-Form läuft bis Juni 2043.
- Der Weg zur Zulassung ist eine Bioäquivalenzstudie an 24 bis 36 Probanden, keine Phase 3.
- Das Wirksamkeitsrisiko entfällt, denn Cladribin ist seit 1993 zugelassen.
- Mit dem IMPD liegt erstmals das Paket vor, das ein Lizenzpartner prüfen kann.
- Die 40 Prozent höhere Aufnahme bedeutet dieselbe Wirkung mit rund 29 Prozent weniger Zytostatikum.
- Vier von zehn MS-Patienten können Tabletten nicht sicher schlucken, der Film löst sich unter der Zunge auf.
- Mercks Phase-3-Studie in Myasthenia gravis erschließt einen zweiten Markt auf einem Molekül ohne Stoffschutz.
- Dieselbe Filmtechnologie trägt Semaglutid und Everolimus, das Patent schützt die Plattform.
- Vergleichbare Assets kosteten 450 bis 960 Millionen US-Dollar, BioNxt nur 33 Millionen, daraus unser Kursziel von 2,80 Euro.

Grafik: Die Auslöser und ihr Zeitplan. Jeder entspricht einer Stufe im Kursziel-Band.
(Bildquelle: Black Research)
Und wie groß ist der Kuchen nun wirklich?
Wir arbeiten in drei Stufen: erst der Gesamtmarkt, dann der patentgeschützt adressierbare Ausschnitt, dann der realistisch erreichbare Anteil. Nur so lässt sich beurteilen, was eine Milliardenzahl für dieses Unternehmen tatsächlich bedeutet.
Zuerst die großen Zahlen, die alle zitieren
In Präsentationen zu diesem Sektor tauchen regelmäßig dieselben Milliardenwerte auf. Sie sind korrekt, aber sie beschreiben Räume, nicht Ansprüche.

Grafik: Die Räume, in denen sich die Plattform bewegt. Nur den Cladribin-Markt adressiert BioNxt mit einem erteilten Patent.
(Bildquelle: Black Research)
Das sind die Räume, in denen sich die BioNxt-Plattform grundsätzlich bewegt. Die sublinguale Dünnfilmtechnologie ist nicht auf einen Wirkstoff beschränkt, das Patentportfolio schützt Zusammensetzung, Herstellung, Applikation und Verwendung.
MS-Therapiemarkt, tatsächliche Umsätze 2025:

Grafik: Der MS-Markt zerfällt in zwei Klassen. Mavenclad wechselt gerade die Seite.
(Bildquelle: Black Research)
Die Grafik zeigt die Struktur, die für BioNxt entscheidend ist: Der MS-Markt zerfällt in zwei Klassen. Hochwirksame Antikörper wachsen zweistellig. Ältere orale Therapien brechen unter Generikadruck ein. Mavenclad wechselt gerade in die zweite Kategorie, und genau in diese Lücke stößt ein patentgeschütztes, differenziertes orales Produkt.
Dann das, was das Patent tatsächlich absperrt
Entscheidend ist nicht der MS-Markt insgesamt, sondern der Wirkstoffmarkt, den die erteilten Patente abdecken. EP 4539857 und das eurasische Patent 051510 schützen die sublinguale Cladribin-Zusammensetzung ausdrücklich indikationsübergreifend. Die US-Anmeldung im Track-One-Verfahren läuft.
Für 2033 setzen wir an:

Grafik: Vom Gesamtmarkt zum realistisch erreichbaren Anteil, Bezugsjahr 2033.
(Bildquelle: Black Research)
Anders als in einer engeren Betrachtung rechnen wir die USA hier mit. Die Begründung: Der Wirkstoff ist dort bereits generisch, ein Formulierungspatent ist damit die einzige verbliebene Eintrittsbarriere, und die US-Anmeldung im beschleunigten Verfahren ist eingereicht. Nordamerika stellte zuletzt gut die Hälfte des Mavenclad-Umsatzes. Diese Hälfte auszuklammern hieße, den größten Einzelmarkt ohne Not zu verschenken.
Und zuletzt das, was realistisch hängen bleibt
Ein Lizenznehmer wird nie den ganzen Markt bekommen. Generika bleiben die Mengenführer, das differenzierte Produkt spielt im Premiumsegment. Wir rechnen mit 8 Prozent im konservativen, 15 Prozent im realistischen und 25 Prozent im aggressiven Fall.
Hinzu kommt, was in keiner Cladribin-Rechnung auftaucht: die Plattform. Semaglutid-ODF adressiert einen Markt, der bis 2034 auf 254 Milliarden US-Dollar taxiert wird. Everolimus zielt auf Transplantation, Onkologie und Longevity. Beide sind früh, beide sind keine Fantasie, weil dieselbe Filmtechnologie und dieselbe Münchner Fertigung dahinterstehen. Wir bewerten sie als Option, nicht als Umsatz.
Was Käufer für so etwas tatsächlich bezahlt haben
Modelle sind das eine, bezahlte Preise das andere. Diese Transaktionen liefern den Realitätsabgleich.

Grafik: Was Käufer für vergleichbare Assets bezahlt haben, in Millionen US-Dollar.
(Bildquelle: Black Research)
Der präziseste Vergleichsfall ist Cynapsus Therapeutics. Kanadisches Small Cap. Sublingualer Dünnfilm. Reformulierung eines längst zugelassenen Wirkstoffs (Apomorphin) für eine neurologische Indikation. Am 31. August 2016 kaufte Sunovion das Unternehmen für 624 Millionen US-Dollar in bar, 40,50 US-Dollar je Aktie gegenüber 18,36 US-Dollar am Vortag. Eine Prämie von rund 121 Prozent an einem einzigen Tag.
Der entscheidende Unterschied: Cynapsus war zum Deal-Zeitpunkt in Phase 3. BioNxt hat noch keinen einzigen Menschen dosiert. Der Vergleich verlangt also einen erheblichen Abschlag, taugt aber nicht zum Verwerfen.
Und IntelGenx gehört genauso in diesen Vergleich, auch wenn es in der Grafik oben fehlt. Das Unternehmen hatte mit RIZAFILM sogar eine FDA-Zulassung für einen oralen Film und ging im Februar 2025 dennoch in die Chapter-7-Liquidation. Zugelassene Filmtechnologie ist keine Garantie für finanzielles Überleben. Wer diese Aktie kauft, muss beide Enden der Verteilung akzeptieren.
Der ehrlichste Anker steht allerdings direkt nebenan: Rapid Dose Therapeutics, gelistet an derselben Börse, mit fast identischer Aktienzahl (136,4 Millionen) und 2,77 Millionen kanadischen Dollar echtem Umsatz, wird mit rund 13 Millionen bewertet, gut einem Viertel von BioNxt. Der Markt zahlt für BioNxt schon zum Analysestichtag einen deutlichen Aufschlag. Dieser Aufschlag ist das Patentportfolio.
Aus genau diesen Transaktionen stammt die obere Hälfte unseres Zielbands. Die Stufen 1,69 Euro und 2,34 Euro sind keine Modellrechnung, sondern die Preise, die Supernus und Sunovion für vergleichbare Assets tatsächlich bezahlt haben, umgerechnet auf die Aktienzahl von BioNxt. Die 3,00 Euro liegen zwischen der Cynapsus-Parität und dem, was Halozyme für Antares aufwendete. Sie zeigen die Größenordnung, in der dieser Markt Übernahmen bepreist, und sie setzen voraus, dass BioNxt den jeweiligen Reifegrad erst noch erreichen muss.
Was diese Geschichte kippen kann
Bis hierhin war dies die Kaufseite. Jetzt die Gegenrechnung, und sie ist substanziell. Wer BioNxt kauft, kauft ein Patentportfolio und ein Dossier, keine Bilanz.
Vorweg die Einordnung: Der Bedarf bis zum Bioäquivalenz-Readout dürfte bei vier bis sechs Millionen kanadischen Dollar liegen, also rund elf Prozent Verwässerung. Unangenehm, aber kein existenzielles Volumen, und der Unterschied zu einer Phase-3-Story mit dreistelligem Millionenbedarf ist fundamental.
Das dominierende Risiko bleibt trotzdem die Finanzierung. Kein Umsatz, negatives Eigenkapital von 7,32 Millionen kanadischen Dollar zum 31. März 2026, Going-Concern-Vermerk der Prüfer im April. Nach dem Zufluss von zwei Millionen im Juni reicht die Kasse bei 430.000 Monatsburn bis etwa November 2026, und die Verwässerung liegt allein auf Basis erkennbarer Warrants, Optionen und Wandlungsrechte bei mindestens 35 Prozent.
Schwerer als die Bilanz wiegt allerdings ein inhaltlicher Einwand, und er betrifft Myasthenia gravis. Die Prävalenz liegt unter der europäischen Orphan-Schwelle, Merck könnte dafür bis zu zehn Jahre Marktexklusivität erhalten. Damit fiele unser Argument, der Konzern erschließe dort einen ungeschützten Markt.
Auf der Ausführungsseite ist der Zeitplan bereits mehrfach gerissen: Q3 2024, dann H2 2025, dann Q1 2026, dann „in Planung", rund 24 Monate Verzug. Auch die IMPD-Meldung nennt kein Datum für die CTA-Einreichung.
Kommerziell fehlt bislang das Entscheidende, denn einen unterzeichneten Lizenzvertrag gibt es nicht. Der Eurasien-LOI vom 17. März 2026 war ausdrücklich nicht bindend, ein Abschluss wurde nie gemeldet. Wir sind gespannt.
Dazu kommt die Konzentration, denn praktisch der gesamte Unternehmenswert hängt an BNT23001. Semaglutid, Everolimus und die Chaperone-Technologie sind sehr früh, teils nur Absichtserklärungen. Könnten aber wieder vorangetrieben werden.
Kursziel zum Nachrechnen: 0,70 bis 3,00 Euro
All das gehört in die Waagschale. Bleibt die Frage, was auf der anderen Seite liegt. BNT23001 ist ein Lizenz-Asset. Der Wert für BioNxt besteht aus einer Vorauszahlung, aus Meilensteinen und aus einem Royaltystrom. Wir rechnen mit einem risikoadjustierten Barwert zum Stichtag 19. August 2026, setzen die Erfolgswahrscheinlichkeit einmal an und diskontieren mit 12 Prozent. Alle Annahmen stehen offen, damit der Leser sie durch eigene ersetzen kann.
Beginnen wir beim Markt. Die erteilten Patente decken für 2033 einen Wirkstoffmarkt von 1,4 Milliarden Euro ab: 700 Millionen Multiple Sklerose, 500 Millionen Myasthenia gravis, 200 Millionen weitere Autoimmunindikationen. Bei dem oben hergeleiteten Wertanteil von 8, 15 und 25 Prozent verkauft der Lizenzpartner auf dem Höhepunkt für 112, 210 oder 350 Millionen Euro. Selbst der aggressive Wert liegt unter dem, was Mavenclad allein 2025 umgesetzt hat.
Bei BioNxt kommt davon eine Lizenzgebühr an. Benchmarks aus über 1.600 offengelegten Transaktionen nennen für Small Molecules 5 bis 8 Prozent Royalty auf Phase-1-Niveau und 12 bis 20 Prozent bei zugelassenen Produkten. Wir rechnen mit 7, 10 und 13 Prozent, also 7,8, 21,0 oder 45,5 Millionen Euro jährlich, bewertet mit dem Sechs-, Acht- und Zehnfachen. Dazu Vorauszahlungen von 10, 25 und 50 Millionen Euro sowie Meilensteine, die wir bewusst nur zur Hälfte ansetzen, weil ein Teil erfahrungsgemäß nie ausgelöst wird: aus brutto 20, 60 und 140 Millionen Euro werden so 10, 30 und 70 Millionen, sowie ein Optionswert für Semaglutid und Everolimus von 5, 25 und 75 Millionen.
Zwei Dinge müssen dafür eintreten. Studie und Hybridzulassung müssen gelingen, wofür wir 65, 75 und 80 Prozent ansetzen, und ein Lizenzvertrag muss zustande kommen, wofür wir 45, 60 und 75 Prozent ansetzen. Macht 29,3, 45,0 und 60,0 Prozent Gesamtwahrscheinlichkeit. Diese Werte liegen bewusst hoch, weil bei einem seit 1993 zugelassenen Wirkstoff das Wirksamkeitsrisiko vollständig entfällt und nur ein Formulierungsrisiko bleibt. Abgezinst wird jeder Zahlungsstrom auf seinen eigenen Zuflusszeitpunkt: die Vorauszahlung auf 2028, wobei sie allein am Vertrag hängt, die Meilensteine auf fünf Jahre, die Royalty auf sieben Jahre, im aggressiven Fall auf sechs. Einzige Ausnahme ist der Optionswert der Plattform, den wir bereits als risikoadjustierten Gegenwartswert ansetzen. Ergebnis sind Barwerte von 16,5, 78,8 und 267,0 Millionen Euro.
Bleibt die Rechnung je Aktie. Abzüglich 4,1 Millionen Euro Nettofinanzverbindlichkeiten bleiben 12,4, 74,7 und 262,9 Millionen. Geteilt durch 205, 225 und 245 Millionen Aktien, weil weitere Finanzierungen praktisch sicher sind, ergibt das 0,06 Euro im konservativen, 0,33 Euro im realistischen und 1,07 Euro im aggressiven Szenario. Gewichtet werden dann die Barwerte, nicht die Aktienkurse: 0,30 mal 16,5 plus 0,50 mal 78,8 plus 0,20 mal 267,0 ergibt 97,8 Millionen Euro, abzüglich 4,1 Millionen bleiben 93,7 Millionen, geteilt durch 225 Millionen Aktien folgt daraus ein fairer Wert von 0,42 Euro oder 0,64 kanadischen Dollar, ein Aufwärtspotenzial von rund 93 Prozent.
Das Aktienkurs-Zielband: Was jede Stufe auslöst
Der Wert springt nicht gleichmäßig, sondern in Stufen, und jede hängt an einem Ereignis, das man im Kalender verfolgen kann.

Grafik: Jede Stufe und die Bedingung, die sie auslöst. Ausgangskurs 0,218 Euro.
0,70 Euro, sobald das CTA eingereicht und genehmigt ist und die ersten Probanden dosiert sind. 1,07 Euro, sobald die Bioäquivalenz am Menschen bestätigt und ein Lizenzvertrag unterzeichnet ist. Das ist der letzte Wert, der sich vollständig aus dem offengelegten Modell ableiten lässt.
Darüber beginnt die Parität zu den Übernahmepreisen aus dem Kapitel zuvor, umgerechnet zu EUR/USD 1,09 auf 245 Millionen Aktien: 1,69 Euro für die 450 Millionen US-Dollar von Supernus für Adamas, 2,34 Euro für die 624 Millionen von Sunovion für Cynapsus, und 3,00 Euro zwischen dieser Marke und den 960 Millionen von Halozyme für Antares.
Alle drei Käufer bezahlten allerdings für einen Reifegrad, den BioNxt erst erreichen muss. Die Spanne zeigt daher nicht, was das Unternehmen wert ist, sondern was dieser Markt für vergleichbare Assets zu zahlen bereit war.
Und nach unten? Das Zielband beschreibt den Erfolgspfad, nicht alle Ausgänge. Bleibt die Ausführung aus, greift das konservative Szenario mit 0,06 Euro, bei planmäßigem Fortgang ohne Deal der faire Wert von 0,42 Euro.
In eigener Sache: Warum wir drangeblieben sind
Die Redaktion von Black Research begleitet BioNxt seit geraumer Zeit und hat dabei vor allem eines gelernt: Geduld. Es wäre unredlich, das anders darzustellen.
Wer im Sommer 2025 eingestiegen ist, hat seither viel ausgesessen. Das Zyklushoch lag am 7. August 2025 bei 1,10 CAD, zuletzt notierte die Aktie bei 0,335 CAD. Das sind rund 70 Prozent Minus. Die erste Studie am Menschen war ursprünglich für Q3 2024 angekündigt, dann für H2 2025, dann für Q1 2026. Bis zum Analysestichtag wurde kein einziger Proband dosiert. Finanziert wurde in dieser Zeit zu immer tieferen Kursen, zuletzt bei 0,33 CAD. Wer Aktionär der ersten Stunde ist, braucht für diese Analyse kein Mitleid, sondern eine Antwort auf die Frage, ob das Warten einen Sinn hatte.
Unsere Antwort lautet: Der Kurs hat sich in diesen zwölf Monaten in die eine Richtung bewegt, die Substanz in die andere.
Denn während die Aktie fiel, wurde das abgearbeitet, worauf es ankommt: eurasisches Patent im November 2025, quantifizierte Tierdaten im Januar 2026, europäisches Patent im März und Einheitspatentschutz für 18 EU-Staaten wenige Wochen später, klinische Prüfcharge im April, Lizenzierungsberater im Juni, IMPD im August.
Vor einem Jahr war BioNxt ein Unternehmen mit einer Idee und einer Patentanmeldung. Inzwischen ist es ein Unternehmen mit erteilten Patenten bis 2043 in Europa und Eurasien, einer produzierten klinischen Prüfcharge und einem prüffähigen Dossier. Der Aktienkurs hat davon bislang nichts abgebildet.
Deshalb sagen wir ausdrücklich nicht, dass sich das Aussitzen bereits gelohnt hat. Ausgezahlt hat es sich bis jetzt für niemanden. Was sich verändert hat, ist etwas anderes: Die Gründe, warum man diese Aktie halten oder kaufen könnte, sind belegbar, wo sie vor einem Jahr noch Absichtserklärungen waren. Aus einer Wette auf eine Ankündigung ist eine Wette auf die Umsetzung eines fertigen Pakets geworden.
Das ist ein erheblicher Unterschied, und er entscheidet sich in den kommenden Quartalen.
Fazit der Black Research Redaktion: Strong Buy
BioNxt ist keine Aktie, die man wegen ihrer Bilanz kauft. Negatives Eigenkapital, Going-Concern-Vermerk, kein Umsatz, eine Kasse mit Reichweite bis etwa November 2026, dazu eine Historie verschobener Termine. Dass die Aktie siebzig Prozent unter ihrem Hoch notiert, sollte niemanden überraschen.
Man kauft hier eine Option auf eine seltene Konstellation. Ein Konzern verliert die Kontrolle über ein Molekül, das jährlich über eine Milliarde Euro umsetzt, und investiert parallel in eine Phase-3-Studie, die diesem Molekül einen zweiten Markt erschließt. Die einzige uns bekannte erteilte Patentposition auf eine bessere Form desselben Wirkstoffs läuft bis 2043 und gehört einem Unternehmen mit dreißig Millionen Euro Börsenwert. Bis zum Abschluss des IMPD war das eine Idee auf Papier, seither ist es ein prüfbares Dossier, und darin liegt der Unterschied zwischen einer Erzählung und einem Verhandlungsgegenstand.
Unser Modell kommt auf einen fairen Wert von 0,42 Euro, rund das Doppelte des Kurses am Analysestichtag, ohne dass dafür ein einzelnes Ereignis eintreten müsste. Nach oben reicht das Zielband bis 3,00 Euro, nach unten bleibt der Verlust erheblich bis total, wenn die Ausführung ausbleibt oder das Geld vorher ausgeht.
An unserem Kursziel von 2,80 Euro halten wir fest, ordnen es aber präziser ein: Es entspricht bei 245 Millionen Aktien rund 748 Millionen US-Dollar und liegt damit zwischen den 624 Millionen, die Sunovion für Cynapsus zahlte, und den 960 Millionen von Halozyme für Antares. Kein Fantasiewert also. Das Ziel beschreibt den Übernahmefall und setzt voraus, dass die Bioäquivalenz am Menschen belegt und ein Partner an Bord ist.
Viel Erfolg beim Traden! Ihre Black Research Redaktion.
| Publiziert am | 19.08.2026, 19:05 Uhr |
| Aktualisiert am | 19.08.2026, 19:30 Uhr |
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