Darum gehts

  • Patenturteil führt zu dramatischem Kurssturz: CureVac erlebt massiven Kursverlust nachdem das Bundespatentgericht ein grundlegendes Corona-Impfstoffpatent für nichtig erklärt. Die Aktien stürzen um über 40 Prozent ab.
  • Langfristige Perspektiven: Analysten sehen die mRNA-Plattform des Unternehmens langfristig unterbewertet und die Entscheidung betreffe nur ein Patent von vielen.
  • Finanzielle Situation vor dem Kurssturz: Vor dem Kurssturz im Dezember 2023 berichtete CureVac über vielversprechende Daten aus klinischen Programmen und finanzielle Meilensteine.

CureVac; ein Unternehmen mit sehr guten Kompetenzen im mRNA Bereich

CureVac N.V. (WKN: A2P71U). Das biopharmazeutische Unternehmen mit Sitz in Tübingen hat sich als Vorreiter in der Erforschung und Entwicklung von mRNA-basierten Arzneimitteln etabliert.

Ursprünglich aus einem akademischen Projekt an der Universität Tübingen hervorgegangen, wurde CureVac im Jahr 2000 gegründet. Die Gründer Ingmar Hoerr, Steve Pascolo und Florian von der Mülbe setzten früh auf die Anwendung von mRNA als Impfstoff, wofür sie bereits 1999 die Grundlagen legten.

Die Unternehmensgeschichte zeichnet sich durch bedeutende Meilensteine aus, darunter die weltweit erste mRNA-Behandlung eines Krebspatienten 2003 und die Einrichtung der ersten GMP-zertifizierten Produktionsstätte für mRNA im Jahr 2006.

CureVac hat nicht nur eine Dauerausstellung im Tübinger Schlosslabor eröffnet, sondern auch innovative Partnerschaften geschmiedet, wie die Vereinbarung über 34 Mio. US-Dollar mit CEPI im Jahr 2019.

Die ehemalige Führungsperson Ingmar Hoerr wechselte 2018 in den Aufsichtsrat, während Daniel L. Menichella als neuer Vorstandsvorsitzender das Ruder übernahm.

CureVac zeigt sich als Wegbereiter für RNA-Impfstoffe gegen verschiedene Krankheiten und demonstriert eine beeindruckende Mitarbeiterzahl von über 1000.

Das Unternehmen setzt auf maßgeschneiderte Therapien, die das volle klinische Potenzial der proprietären mRNA-Technologie ausschöpfen sollen. CureVac bleibt ein vielversprechender Akteur im Bereich der personalisierten Medizin und innovativer Therapieansätze.

Aktueller Kurs der CureVac N.V. Aktie (ISIN: NL0015436031): Börse Frankfurt

Anleger unsicher nach Patenturteil und dem erfolgten Kurssturz - wie stark sind die Auswirkungen des Urteils tatächlich?

Nach einem dramatischen Kurseinbruch versucht sich CureVac zu stabilisieren. Der Grund für den Kurseinbruch war die Nichtigkeitserklärung eines grundlegenden Corona-Impfstoffpatents durch das Bundespatentgericht.

Das Bundespatentgericht erklärte ein Corona-Impfstoffpatent von CureVac für nichtig, nachdem Biontech geklagt hatte. Die Aktien stürzten um über 40 Prozent ab. CureVac plant, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Dieser Patentstreit ist entscheidend in den Auseinandersetzungen zwischen CureVac und Biontech.

Biontech-Aktien hingegen stiegen um mehr als zwei Prozent. Das Urteil hat kurzfristig erhebliche Auswirkungen, aber die langfristige Entwicklung hängt von weiteren Gerichtsentscheidungen ab. CureVac steht vor Herausforderungen, aber das Unternehmen zeigt Entschlossenheit, die Entscheidung anzufechten und Berufung angekündigt. Weitere Verfahren zu sieben Schutzrechten stehen aus. Die Aussagekraft für den US-Markt sei minimal.

Langfristig bewertet sieht man allerdings die mRNA-Plattform von CureVac unterbewertet.

Die Entscheidung betreffe nur ein Patent von vielen. Der Fokus liege auf dem langfristigen Wert der Plattform, der gegenwärtig nicht angemessen gewürdigt werde.

Die CureVac-Aktien haben das Potenzial zur Erholung, wenn die Berufung Erfolg hat und die langfristige Perspektive der mRNA-Plattform stärker berücksichtigt wird.

CureVac leistet Pionierarbeit bei der Entwicklung einer vollkommen neuen Klasse von Medikamenten, die auf dem Botenmolekül Messenger-RNA (mRNA) basieren.

(Bildquelle: CureVac.com)

Ein Pionier in mRNA-basierter Medikamentenentwicklung

Durch die Nutzung des Botenmoleküls Messenger-RNA (mRNA) will das Unternehmen nachhaltig die Entwicklung von Medikamenten verändern.

Technologische Durchbrüche: Die mRNA-Technologie von CureVac ermöglicht es, direkt im Körper Information zur Krankheitsbekämpfung bereitzustellen. Von Impfstoffen bis zu molekularen Therapien bietet diese innovative Methode breite Anwendungsfelder. Speziell entwickelte Transportsysteme gewährleisten die effiziente Übertragung der RNA zur Zielzelle.

Revolutionäre Produktion: CureVac agiert als One-Stop-Shop für mRNA-Therapeutika, wobei alle Wirkstoffe von einer gemeinsamen Technologieplattform stammen. Mit über 800 erteilten Patenten setzt das Unternehmen hohe Standards in Forschung und Produktion. Der End-to-End Herstellungsprozess erfolgt in GMP-zertifizierten Anlagen und zeichnet sich durch Reproduzierbarkeit, Standardisierung, Flexibilität und Skalierbarkeit aus.

The RNA Printer®: Die innovative mobile Produktionsstätte, The RNA Printer®, ermöglicht eine flexible und schnelle mRNA-Herstellung, um auf Krankheitsausbrüche zu reagieren. Diese tragbare Fertigungseinheit eröffnet neue Perspektiven für personalisierte Medizin direkt vor Ort, in Krankenhäusern oder in Notfallsituationen.

CureVac, ursprünglich aus einem Forschungsprojekt an der Universität Tübingen hervorgegangen, bleibt an der Spitze der biopharmazeutischen Innovation und gestaltet die Zukunft der Medikamentenentwicklung nachhaltig.

Die historischen Wurzeln in Tübingen spiegeln sich in einer klaren Vision wider: maßgeschneiderte Therapien für Patienten und ein grundlegendes Umdenken in der biomedizinischen Forschung.

Die 9-Monats Situation vor dem Kurssturz im Dezember 2023

Zum Bericht der ersten 9 Monate und des 3. Quartal berichtete im November 2023 Dr. Alexander Zehnder, Vorstandsvorsitzender von CureVac über einen vielversprechenden Beginn des Jahres 2023. Die saisonalen Grippe- und COVID-19-Programme lieferten positive Daten, und diese Dynamik setzt sich in der klinischen Weiterentwicklung der Impfstoffe und in der Onkologie fort.

Die fokussierte Umsetzung klinischer Entwicklungsprogramme im Jahr 2023 wurde von finanziellen Meilensteinen begleitet, darunter ein erfolgreiches Folgeangebot im Februar 2023 und eine €15 Millionen Meilensteinzahlung von GSK für das gemeinsame saisonale Grippeimpfstoffprogramm in Phase 2, so Pierre Kemula, Finanzvorstand von CureVac. Diese Finanzierung ermöglicht es CureVac, den Cash-Runway bis Mitte 2025 zu bestätigen.

Das 3. Quartal sowie die ersten neun Monate 2023 sprachen folgende Sprache:

Cash-Position: Ende September 2023 betrug die Zahlungsmittelposition €464,1 Mio., verglichen mit €495,8 Mio. Ende 2022.

Umsatzerlöse: In den ersten neun Monaten 2023 beliefen sich die Umsatzerlöse auf €31,2 Mio., ein Rückgang von 44,0% gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang ist hauptsächlich auf niedrigere Umsätze aus den GSK-Kooperationsvereinbarungen zurückzuführen.

Operatives Ergebnis: Der operative Verlust stieg auf €54,0 Mio. und €186,2 Mio. für die drei und neun Monate bis zum 30. September 2023.

Verlust vor Steuern: Der Verlust vor Steuern betrug €48,7 Mio. und €173,5 Mio. für die drei und neun Monate zum 30. September 2023.

Bleibt abzuwarten, was das Jahresendergebnis 2023 von CureVac zu berichten hat, ungeachtet des Kurssturzes, der erst im Dezember einsetzte, nachdem das erste Urteil des Bundespatentgerichts im Streit mit Biontech bekannt wurde.

Unser redaktionelles Fazit zur CureVac Aktie

CureVac N.V. (WKN: A2P71U), ein Vorreiter in der mRNA-basierten Medikamentenentwicklung, hat kürzlich einen dramatischen Kurssturz verzeichnet, ausgelöst durch die Nichtigkeitserklärung eines grundlegenden Corona-Impfstoffpatents durch das Bundespatentgericht. Die Aktie verloren über 40 % ihres Wertes.

Trotz dieser kurzfristigen Herausforderung zeigen Analysten einen optimistischen Langzeitblick. Die mRNA-Plattform von CureVac wird als unterbewertet betrachtet, und das aktuelle Urteil betrifft nur ein Patent von vielen. Die Fokussierung auf den langfristigen Wert der Plattform bleibt entscheidend.

Vor dem Kurssturz im Dezember 2023 berichtete CureVac vielversprechende Daten und finanzielle Meilensteine. Die Cash-Position Ende September 2023 betrug €464,1 Mio., und das Unternehmen bestätigte den Cash-Runway bis Mitte 2025. Trotz eines Rückgangs von 44,0% bei den Umsatzerlösen in den ersten neun Monaten werden die finanziellen Herausforderungen als solide eingeschätzt. Das operative Ergebnis stieg auf €186,2 Mio., und der Verlust vor Steuern betrug €173,5 Mio.

Zusammengefasst: CureVac demonstriert Entschlossenheit, das Urteil anzufechten, indem das Unternehmen Berufung ankündigt. Das Unternehmen wird trotz des Kurssturzes seine vielversprechenden klinischen Programme und finanziellen Meilensteine vorantreiben.

Die Kursentwicklung an der Frankfurter Börse für die CureVac Aktie (ISIN: NL0015436031) begann das Jahr 2023 mit 5,83 EUR und endete mit 3,86 EUR.

Aktuell tendieren die technischen Daten eher auf ein SELL wobei hingegen einige Analysen eher für ein BUY sprechen. Mit dem Hintergrund, dass das Potenzial der CureVac Plattform langfristig unterbewertet ist, und das Urteil nur eines der vielen anderen Patente betrifft, die CureVac im Portfolio hat. Deshalb sprechen einige Analysen nicht nur für eine langfristige Erholung der Aktie, sondern dass die Aktie 2024 das Potenzial hat, bis zu 19 EUR zu klettern, wobei der Durchschnitt bei rund 12,50 EUR liegt.

Unser aktuelles, redaktionelles Feedback ist ein BUY mit einem Kursziel für 2024 von 11,50 EUR.

Kaufempfehlung und Kursziel bei Black Research basieren auf aktuelle Daten, Entwicklungen, Geschäftsergebnisse, den gängigsten technischen Indikatoren, wie gleitende Durchschnitte, Oszillatoren und Pivots.
Publiziert am 01.02.2024, 18:28 Uhr

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